Ingenieurbüro für Elektro-Maschinenbau

Allgemeine Informationen über Permanentmagnete

Herstellungsverfahren

Dauermagnete werden presstechnisch hergestellt. Die häufigsten Formen sind Vierkant-, Ring-, Rund- und Segmentmagnete. Mit entsprechenden Werkzeugen können natürlich auch andere Formen als die genannten hergestellt werden. Dabei ist anzustreben, dass die Magnete bereits durch den Pressvorgang Ihre endgültige Form erhalten. Eine nachträgliche Bearbeitung ist sehr aufwändig.

Die Herstellung von Magneten erfolgt in folgenden Schritten:

  • Pressen (Formgebung in einer Matrize)
  • Sintern (aushärten des pulverförmigen Ausgangsmaterials)
  • Kalibrieren (Optionale Nachbehandlung durch Schleifen)

Eine Nachbehandlung durch Schleifen oder Sägen sollte möglichst vermieden werden, weil dieser Arbeitsgang sehr kostenintensiv ist.

Die einzelnen Kristalle eines Magnete sind normalerweise ungeordnet. Werden diese Kristalle durch ein äußeres Magnetfeld beim Pressvorgang ausgerichtet, erhält der Magnet eine Vorzugsrichtung. Je nach Magnetform unterscheidet man:

  • Ringmagnete: Vorzugsrichtung axial
  • Vierkantmagnete: Vorzugsrichtung entlang der größten Länge
  • Schalenmagnete: Vorzugsrichtung diametral oder radial

Isotrope Magnete

Isotrope Magnete haben keine Vorzugsrichtung. Demnach kann die Magnetisierungsrichtung und -art beliebig gewählt werden.

Anisotrope Magnete

Anisotrope Magnete werden in einem Magnetfeld gepresst und erhalten dadurch eine Vorzugsrichtung. Sie haben nur in dieser Vorzugsrichtung gute magnetische Eigenschaften und können nur in dieser Richtung magnetisiert werden. Bei gleichem Magnetvolumen wird ein höherer magnetischer Fluß erreicht als bei isotropen Magneten. Die Remanenz erreicht fast den doppelten Wert.

Magnete mit axialer Vorzugsrichtung

Ring- und Rundmagnete werden vorwiegend in axialer Richtung vorgerichtet. Vierkantmagnete werden vorwiegend über die Höhe vorgerichtet.

Magnete mit diametraler Vorzugsrichtung

Magnete für Motoren erhalten in der Regel eine diametrale Vorzugsrichtung (quer zur Achsrichtung).

Magnete mit Polorientierung

Bei polorientierten Magneten wird die Vorzugsrichtung entsprechend der mehrpoligen Magnetisierung der Maschine ausgeführt.

Form Magnetisierung Magnettypen Anwendungsbeispiele
axial magnetisiert Hart-Ferrite(isotrop),
Nd-Fe-B, Smco, Alnico
Lautsprecher, Topfmagnetsysteme, Haftsysteme, Magnetschalter, Filterkerzen
sektorenförmig axil magnetisiert Hart-Ferrite(isotrop),
Nd-Fe-B
Synchronmotoren, Kupplungen, Bremsen, Sensoren
radial magnetisiert Hart-Ferrite(isotrop),
Bonded Nd-Fe-B
Hubmagnete, Haftmagnete, Lager
diametral magnetisiert Hart-Ferrite(isotrop),
Nd-Fe-B,Smco,
Alnico
Motoren, Pumpen
sektorenförmig auf einer Fläche Hart-Ferrite(isotrop),
Bonded Nd-Fe-B
Magnetkupplungen, Bremsen, Sensoren, Scheibenläufermotoren
mehrpolig am Umfang magnetisiert Hart-Ferrite(isotrop),Bonded Nd-Fe-B Motoren, Kupplungen, Bremsen, Sensoren, Tachogeneratoren
mehrpolig am Innendurchmesser magnetisiert Hart-Ferrite(isotrop),Bonded Nd-Fe-B Kupplungen, Bremsen, Motoren, Sensoren, Tachogeneratoren
streifenförmig magnetisiert Hart-Ferrite(isotrop),Bonded Nd-Fe-B Haftsysteme, Sensoren, Bremsen
radial magnetisier Hart-Ferrite, Boned Nd-Fe-B Motoren, Kupplungen
diametral magnetisiert Hart-Ferrite(isotrop),
Nd-Fe-B,
Smco,Alnico
Motoren, Kupplungen
Ingenieurbüro für Elektro-Maschinenbau GmbH · Oberer Wasen 23 · 73630 Remshalden · Tel. +49 (0)7151 / 270257 · info@emt-net.de
Impressum | Datenschutzerklärung